Praxistag Wissensmanagement und Innovation 2015

Bericht im Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement

vom Praxistag Wissensmanagement und Innovation 2015 in Berlin

 

von Tanja Krins

 

Der  diesjährige  Praxistag  Wissens-  und Innovationsmanagement der  Verwaltung  fand vom 7. bis 8. Mai im  Presse-  und Informati- onsamt der Bundesregierung statt.  Die Veranstaltung, die turnus- gemäß alle zwei Jahre vom Bundesverwaltungsamt ausgerichtet wird, stand dieses Mal unter dem Motto: "Arbeitsplatz der Zukunft, Digitale   Transformation,   Social   Intranet:   Wieviel   Kollaboration und Kommunikation  darf  sein,  wieviel  darf  es  sein?  Chancen und Grenzen des Social Intranet für die Verwaltung.“

 

Am diesjährigen Praxistag nahmen 110 Interessierte aus 70 Ein- richtungen der Öffentlichen Verwaltung teil. Der Fokus der Veran- staltung war weniger auf die Präsentation technischer Lösungen ausgerichtet, sondern betraf viel mehr die Betrachtung wissensbasierter organisatorischer und personalwirtschaftlicher Denkansätze aus und in der Öffentlichen Verwaltung. Zudem wurde das 15- jährige Bestehen des Wissens- und Kollaborationsmanagementsy- stem OfficeNet in der Bundesverwaltung begangen.

 

Als Einstieg in den Praxistag erläuterte Christoph Verenkotte, Präsident des Bundesverwaltungsamtes, zunächst die Bedeutung des Wissensmanagements für  die Steuerung von Veränderungspro- zessen in der Verwaltung. Ergänzend zu einem Einblick in das Social Intranet des Bundes mit konkreten  Nutzungsszenarien  stellte Harald  Schirmer,  Continental  AG; ein  Praxisbeispiel  aus der  Privatwirtschaft vor: »Lebendiges Wissen« – Social Media und digitale Transformation bei Continental.

 

Der so aufgespannte Bogen wurde in mehreren Workshops und Foren mit zahlreichen Praxisbeispielen ergänzt, die in einem intensi- ven Erfahrungsaustausch vorgestellt und auf ihre Tauglichkeit als Blaupausen gemeinsam betrachtet wurden. Zwei  Workshopbeiträge  möchte  ich  an dieser  Stelle  besonders  erwähnen:

 

Ulrich Zuber, Bundesverwaltungsamt, ging in seinem Vortrag „Digitale Transformation – Wissen lebt oder Wissen geht! Rahmenbedingungen für Wissensmanagement und Social Media“ auf die grundlegenden Veränderungen ein, denen auch die Öffentliche Verwaltung durch den Einsatz von Informationstechnologie (IT) in allen Arbeits- und Lebensbereichen unterliegt.

 

In einem  weiteren  spannenden  Vortrag  gab Henning  Bolten  einen Praxisbericht aus dem Bundesamt für Bauwesen und Raumord- nung zu den dortigen  Erfahrungen  mit Wissensmanagement  und Wissensbilanzen.

 

IT als  wichtiger  Standort-  und Wettbewerbsfaktor  hat sowohl  die Anforderungen der Bürgerinnen und Bürgern und der Unterneh- men an die Öffentliche Verwaltung als auch die Arbeitsweise in die- ser  maßgeblich  geändert.  Nicht  nur  die  Kommunikation  hat sich mit  dem  Einzug  von  Computern,  E-Mail  und Internet  geändert, auch die Strukturen befinden sich im Wandeln. Transparenz, Partizipation  und Interaktion  sind  wesentliche  Anforderungen von au- ßen an Verwaltungshandeln. Ihr Einsatz bedingt aber auch grundsätzliche  strukturelle  Veränderungen  innerhalb  der  Verwaltung. Das E-Government-Gesetz und die Digitale Agenda des Bundes haben unmittelbaren  Einfluss  auf die Bundesverwaltungen;  ihre  Adaption auf Ebene der Länder und Kommunen stellt eine der wesentlichen Herausforderungen für die kommenden Jahre dar.

 

Ulrich  Zuber  zeigte  in  seinem Beitrag  anhand einer Roadmap  auf, wie sich mit zunehmender Komplexität der Innovationen eine langfristige Entwicklungslinie von Innvovations- über Wissens- zu Er- fahrungsmanagement abzeichnet. Die weitere Digitalisierung der Verwaltung steht aus seiner Sicht heute vor drei wesentlichen Problemstellungen:

  • dem Delta zwischen Software und Arbeitssystem bzw. Arbeitskultur
  • dem Druck der digitalen Transformation
  • der Herausforderung für den Einsatz innovativer Software. Unter  Betrachtung  verschiedener  Aspekte  von Wissensarbeit  und

Wissenskultur plädierte er dafür, Innovationsmanagement und Digitale  Transformation  aus einer  Hand  zu schaffen.  Die  Arbeitskultur bedarf einer engen Verflechtung von Organisation, Technik und Personal.  Ulrich  Zuber  prägt  dafür  den  Begriff  Wissensmanagement 4.0, den ich sehr passend finde.

 

Henning Bolten betrachtet in seinem  Beitrag zur Wissensbilanz in der Öffentlichen Verwaltung neben den erreichten „absoluten“ Größen und Werten als wesentlichen Erkenntnisgewinn die insgesamt erzielten Erkenntnisse, auch um die Wechselwirkungen – einschließlich deren Verwertbarkeit für die Steuerung. Auch hier gibt es aus meiner Sicht zahlreiche  Ansätze, diesen Ansatz  in  weiteren Bereichen der Verwaltung, insbesondere auf der kommunalen Ebene weiterzuführen.

 

 

Gesellschaft für Wissensmanagement e. V.
Newsletter 3 / 2015 (Mai / Juni ISSN 1864-2098)
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